Care-Arbeit

Ein Dezember Abend und ich liege im Bett und denk über ein Thema nach, welches eigentlich schon seit Jahren kein Thema mehr sein sollte oder nicht in der Form diskutiert werden sollte - Care-Arbeit.

 

Meine Oma würde an der Stelle fragen was das sein soll!? Ich muss gestehen, auch ich musste aus Selbsterfahrung lernen um was es geht. Grundsätzlich möchte ich vorab erwähnen, dass ich jede Form und Meinung zu dem Thema gerne diskutiere und mich darüber austausche. Hier möchte ich über meine Meinung und meine Erfahrung, auch im Austausch mit anderen Müttern, schreiben. Weil's nun mal noch immer notwendig ist!

 

Irgendwie hab ich es auch Leid, noch immer, zu hören das es doch Aufgabe der Mutter ist, sich um das Kind zu kümmern. 

Und Papa? Der arbeitet ja hart ganze Woche und braucht wochenends seine Ruhe?! Die tägliche Arbeit, die Mütter unbezahlt (!!!) jeden Tag vollbringen wird einfach nicht anerkannt. Weder von der Gesellschaft, noch vom Staat! 

 

Ich möcht hier ein Beispiel nennen:

In der Früh aufrappeln nach einer kurzen Nacht, Kind(er) wecken, Frühstück richten, Kind(er) anziehen, Jausenbrot(e) richten, Zähneputzen nicht vergessen, Haare sollten auch noch gekämmt werden und aja, selbst sollte man sich auch noch anziehen.

Frühstück kann man ja auch später noch essen. Die Haare schnell zu einem Dutt gebunden. Puh, geschafft. Wieder zurück vom Kindergarten/der Schule geht's weiter mit Staubsaugen, der Wäscheberg wird auch immer höher, einkaufen sollte man auch noch, schließlich will das Kind ja keine Minute auf's Essen warten und das Gejammer möchte man sich gerne ersparen.  Zwischendurch ein paar Mails checken. Wichtige Telefonate stehen auch noch an. 

 

Kaum hat man das Alltägliche erledigt, ist es schon Mittag... Zeit zum Abholen des Kindes. Danach steht die Hausübung an und weil ja fast kein Kind trödelt, ist das ja schnell erledigt... oder dauert schon mal 2 Stunden... und dann hat man noch ein kleineres Kind, welches vielleicht grad ihre Zähne bekommt und am Dauerweinen ist...  (an dieser Stelle zieh ich meinen imaginären Hut vor allen Eltern, die diese Zeit grad durchmachen).

 

Bevor's ganz finster wird noch schnell eine Runde drehen... schließlich muss ja auch der Hund an die frische Luft. Wieder zuhause, die Wäsche aufhängen, den Geschirrspüler ausräumen, Abendbrot richten. Papa kommt ja auch gleich nachhause und hat Hunger. Danach legt sich Papa auf's Sofa und möchte abschalten. Während Kind 2 badet, darf Kind 1 Tablet schauen (sollte man da ein schlechtes Gewissen haben?)... Nachdem Kind 2 schläft, kuscheln mit Kind 1 und den Tag revue passieren lassen. Schließlich fordert Kind 1 auch seine Kuschelzeit. 

 

Nach einer gefühlten Ewigkeit schlafen die Kinder und Mama räumt noch schnell das Gröbste zusammen. Papa schläft inzwischen schon um sich für den nächsten Tag auszuruhen. Nachts, wenn das zahnende Kind schreit, steht natürlich Mama auf, sie muss ja schließlich nicht aufstehen und hart arbeiten den ganzen Tag.

 

Dann kommt einer der beiden Tage in der Woche an dem die Mama arbeiten geht - mehr Stunden geht leider nicht, da die Betreuung sonst zu teuer werden würde und die Arbeit zuhause auf der Strecke bleibt. Einteilung der Betreuungszeiten im Kindergarten, wann holt die Oma die Kinder, wann essen sie wo,... Einteilung macht die Mama, weil Papa is ja von 7 bis 17 Uhr arbeiten und braucht ja daher erst garnicht mitreden.

 

Am Wochenende hat Mama Pause... ähm, nein. Da hat ja Papa Pause, er hat ja ganze Woche gearbeitet. Mama war ja eh zuhause. 

 

Der Geburtstag steht an... wer plant die Party? Wer überlegt sich die Geschenke und verpackt sie? Mama natürlich.

Beim Einkauf nicht vergessen was wer wol,te, sonst gibt's gejammer.

 

Am Abend läuft ein Film den man unbedingt sehen möchte, aber geht sich leider nicht aus. Papa kann die Kinder nicht schlafen legen, da er ja selbst früh aufstehen muss. Kind 1 will sowieso nur mit Mama schlafen gehen... Naja, egal... wird schon mal irgendwo gestreamt.

 

Und das Hamsterrad dreht sich täglich fort...

 

Schon mal gehört: "fahr doch in den Supermarkt einkaufen und lass die Kinder zuhause, ich pass derweil auf, dann hast du etwas Zeit für dich". Ähm nein, hab ich nicht.

 

Ganz egal, ob wir unsere Zeit 100 % zuhause verbringen um Haushalt zu machen und die Kinder versorgen oder Vollzeit arbeiten gehen. Es ist verdammt nochmal Arbeit! Ja, sie wird mit Liebe bezahlt und ja, ich mache die Arbeit auch gerne. Aber wir Mütter, müssen für diese Care-Arbeit endlich mehr Anerkennung bekommen!

 

Nach wie vor ist es normal in der Gesellschaft, dass die Frau selbstverständlich für die Hausarbeit und Kindererziehung zuständig ist. Nein ist sie nicht! Es ist unbezahlte Arbeit, ohne Wertschätzung. Kein Job der um 7 beginnt und um 17 Uhr aufhört. Es ist ein 24/7 Job. 

 

Klar ist ein B,umensträußchen zu Muttertag ganz nett und Geschenke und die tägliche Liebe und Zeit mit den Kindern ist mitsamt der beste unbezahlteste Job der Welt.

 

Was ich mir wünschen würde? Unterstützung und Anerkennung für Frauen die sich täglich rund um die Uhr aufrappeln um ihre Familie mit alltäglichen Arbeiten durch den Tag zu bringen. 

 

Gleichberechtigung im Haushalt. Auch Männer können Waschmaschinen bedienen und das dreckige Geschirr in den Geschirrspüler räumen, statt in die Spüle zu stellen. 

 

Vielleicht fühlen sich hier am Ende jetzt manche nicht angesprochen, da es komplett anders abläuft. Gut so! Ich wünsche mir jedoch das sich Mütter, oder auch Väter die diese Rolle leben, sich angesprochen fühlen und ich ihnen das Gefühl geben kann, gehört und verstanden zu werden!

 

Ich würd mich über Feedback freuen.

 

Alles Liebe,

Katharina

 

 

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